Wechsel an der Spitze
Nach 33 Jahren als Schulleiter wird Norbert Volkland in den Ruhestand verabschiedet. Die neue Schulleiterin Mandy Wenzel übernimmt nach den Sommerferien.
Von Thomas Höfs
Calbe. - Generationswechsel an der Herderschule: Nach 33 Jahren an der Spitze der Sekundarschule geht Norbert Volkland in den Ruhestand und übergibt das Zepter an Mandy Wenzel. Kurz vor dem Beginn der Sommerferien haben sich die Lehrer von offiziell mit einer kleinen Feier vom scheidenden Schulleiter verabschiedet.
„Die Lehrergeneration um Norbert Volkland hat dabei in den vergangenen Jahrzehnten eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich“, erinnert sich Dorit Blau, die vor ihrem Schulleiter die Ruhestandsgrenze erreicht hatte. Die ersten Jahre nach dem Mauerfall waren für die Lehrer vor allem geprägt von Fusionen und Schließungen. Das gab es auch in der kleinen Saalestadt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Schullandschaft stark verändert. Ganz zu anfang sei Norbert Volkland zunächst der Schulleiter der Lessingschule gewesen, erinnerte sie. „Schule ist wie ein Banküberfall. Man braucht immer Komplizen“, scherzte die Pädagogin.
Die Begeisterung für die Herderschule hielt sich offenbar wohl in Grenzen, ließ sie durchblicken. Der Schulbau, noch in einem anderen Staat errichtet, war deutlich in die Jahre gekommen. Seit mehr als einem Jahrzehnt baut der Landkreis als Schulträger an dem Standort, um die Sekundarschule zu einem modernen Lernort zu machen. Neben der baulichen Hülle beschäftigte sich Norbert Volkland damit, dass in den Klassen die Moderne Einzug hält. Digitale Medien gibt es hier bereits seit vielen Jahren.
Guter Draht zu den Firmen
Während die Schule noch vor Jahren offenbar keinen so guten Ruf genoss, sagte Dorit Blau, habe sich dies in den vergangenen Jahren geändert. Inzwischen sei die Sekundarschule deutlich besser angesehen. Das habe das Haus auch dem Schulleiter zu verdanken, der sich sehr um die Schule gekümmert habe.
Mit ruhiger Hand und klarer Linie habe er die Leitung innegehabt. Konsequent habe er zudem die Berufsorientierung an der Sekundarschule vorangetrieben. Seit Jahren kommen dabei Unternehmen der Region in das Haus, um direkt mit den Schülern in Kontakt zu treten. So waren vor allem die großen Unternehmen in der Stadt bei der Verabschiedung dabei und dankten ihm für die gute Zusammenarbeit.
Noch hat allerdings der Ruhestand noch nicht offiziell begonnen. Erst am 1. August beginnt er, so das Landesschulamt. Die Landesbehörde schickte in dieser Woche den zuständigen schulfachlichen Referenten Frank Diesener an die Herderschule. Er hatte dabei die Aufgabe, die künftige Schulleiterin in die neue Funktion zu berufen.
Fünf Prüfungen
„Dabei ist es nicht selbstverständlich, ein Wechsel in der Schulleitung so reibungslos verläuft“, meinte er. Allerdings war dieser schon längere Zeit vorbereitet worden. Mandy Wenzel erhielt von Frank Diesener ihre Bestellungsurkunde. Die Calbenserin ist seit 2017 Lehrerin. Zunächst war sie an einer Schule in Schönebeck eingesetzt und konnte dann nach Calbe, ihrem Wohnort, wechseln.
Die Nähe von Wohn- und Arbeitsort gefalle ihr gut. Schon vor längerer Zeit habe der scheidende Schulleiter sie ermuntert, darüber nachzudenken, später einmal Schulleiterin zu werden, sagte sie am Rande der Veranstaltung. Sie bringe die entsprechende Durchsetzungskraft mit. Je öfter er das zu ihr gesagt hat, desto mehr habe sich der Gedanke im Laufe der Zeit im Kopf verfestigt, schildert sie ihren Werdegang der vergangenen Jahre. Schließlich habe sie sich der Herausforderung gestellt und fünf Prüfungen absolviert, um den Job zu bekommen. Einen Automatismus gebe es bei der Auswahl nicht, bestätigte der schulfachliche Referent.
Allerdings ist sich Mandy Wenzel bewusst, dass sie in den kommenden Monaten nach den Ferien in „sehr große Fußstapfen trete werde“. Dennoch freue sie sich auf die neue Herausforderung in der Sekundarschule. Aktuell hat die Sekundarschule 380 Schüler und 23 Lehrer. Zu Beginn des neuen Schuljahres wird die Schülerzahl leicht sinken und in dem Jahr danach wieder steigen. Diese Schwankungen sind in der Region nicht ungewöhnlich. Inzwischen haben sich die vielen Bauarbeiten in und an der Herderschule ausgezahlt.
Die Schule ist jetzt in einem modernen Haus untergebracht. Daneben habe Schüler moderne Sportanlagen. Baulich ist die Schule längst auf einen aktuellen stand der Technik und bietet seinen Schülern gute Lernbedingungen.
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Schönebecker Volksstimme vom 22.06.2024

