Schüler und Wirtschaft treffen aufeinander

Zweiter „Tag der Berufe“ an der Sekundarschule „J.G. Herder“ präsentiert Ausbildungsmöglichkeiten in der Region

 

20 Unternehmen und Institutionen aus Calbe und der Region haben sich gestern in der Herder-Sekundarschule präsentiert. Der „Tag der Berufe“ bot zum zweiten Mal ein Forum, bei dem Schüler und Wirtschaft direkt aufeinandertreffen und sich kennenlernen. Ein Beispiel zeigt, dass dies schnell in einem Ausbildungsplatz vor Ort münden kann.
Von Andreas Pinkert

 

Calbe. Beim ersten „Tag der Berufe“ im vergangenen Jahr hatte sich Jan Hofmann aus Calbe für einen Ausbildungsplatz beim Umwelttechnikhersteller Doppstadt interessiert. Die Arbeit eines Industriemechanikers hatte es dem heute 17-Jährigen angetan. Der Sekundarschüler ging auf die Verantwortlichen zu, stellte Fragen zu den Anforderungen, stellte sich vor, gab seine Bewerbungsunterlagen ab und wurde schließlich zum Bewerbungsgespräch eingeladen.

Nach Information folgte Ausbildungsplatz

Heute ist er einer der insgesamt 16 Auszubildenden bei Doppstadt und lernt für die Dauer von 3,5 Jahren, wie dafür gesorgt wird, dass Maschinen und Fertigungsanlagen betriebsbereit gemacht werden und bleiben. „Auch drei weitere neue Azubis haben wir durch diesen Aktionstag gewinnen können“, sagt Ausbilder Frank Jänicke.
Ein Effekt, wie sich ihn die Veranstalter des Berufswahltages wünschen und der in der Rolandstadt weiter Schule machen soll. Dabei wurde gestern auch Bewerbungspraxis vermittelt. So konnten Schüler einen Eignungstest durchlaufen oder sich Tipps für ein Bewerbungsgespräch holen.

 

Berufswahltag 2010 

Berufswahltag 2010  Berufswahltag 2010

 

Durch die Zusammenarbeit der Herder-Sekundarschule, der Pestalozzi-Förderschule, des Friedrich-Schiller-Gymnasiums und den weiteren Akteuren des „Sozialen Netzwerkes Calbe“ sollen „Jugendliche durch eine Ausbildungs- und Arbeitsstelle in der Region gehalten werden“, sagte Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung Dieter Tischmeyer. „Schule und Wirtschaft müssen stärker miteinander verzahnt werden.“

Dass in der Region Bedarf an Lehrlingen besteht, zeigt das Beispiel des Chemieunternehmens Solvay am Standort Bernburg. „Im kommenden Jahr haben wir einen Bedarf an 20 Auszubildenden“, sagt Ausbildungsbeauftragter Jürgen Bojanowski und macht klar: „Bewerbungsschluss ist Mitte September.“ Bei Solvay kann der Beruf des Chemielaboranten, des Elektronikers (Betriebstechnik), des Chemikanten, Industriemechanikers oder Fachlageristen erlernt werden - und das mit Perspektive. „Wir haben kürzlich zehn von dreizehn ausgelernten Azubis in ein Arbeitsverhältnis übernommen“, sagt Bojanowski, der „Herr“ über derzeit insgesamt 47 Auszubildende ist.

 

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Schönebecker Volksstimme vom 10. September 2010

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