Zensuren nicht mehr so wichtig
In der Herderschule werben die Unternehmen um die künftigen Schulabgänger. Viele Firmen aus der Region suchen hier den Kontakt zu den Jugendlichen.
Von Thomas Höfs
Calbe. Einen neuen Teilnehmerrekord verzeichnete die Herderschule in dieser Woche bei ihrer jährlichen Berufsmesse.
Beim Tag der Berufswahl hatten sich diesmal 27 Unternehmen angemeldet, freute sich Lukas Lichtenberg, der zusammen mit anderen Lehrern den Nachmittag vorbereitet hatte. Gut 250 Schüler von der siebenten bis zur zehnten Klasse hatten dabei die Gelegenheit, mit den Vertretern der Unternehmen direkt in Kontakt zu treten.
Handwerker gesucht
Die Nachwuchsgewinnung ist für viele Unternehmen seit Jahren ein immer wichtigeres Thema. Inzwischen seien die Zensuren gar nicht mehr so ausschlaggebend, sagt Lukas Lichtenberg. Die Unternehmen schauen sich dafür gern schon mal die handwerklichen Fähigkeiten der jungen Leute an, weiß der Lehrer aus Erfahrung. Mussten sich vor Jahrzehnten noch die angehenden Auszubildenden bestens präsentieren, fällt diese Rolle nun den Unternehmen zu. Möglichst gut sollen die Schüler die Firmen in der Erinnerung behalten. Daran arbeiten auch Marie und Michael Sinast, die seit 1990 in Calbe als Familie einen großen Dachdeckerbetrieb betreiben. Jährlich würde Michael Sinast einen Auszubildenden in dem Handwerk ausbilden, sagt er.
Allerdings sei das in der Praxis nicht so einfach, erklärt er weiter. Denn die jungen Leute hätten heute nicht mehr so große Lust auf das Handwerk. „Handwerk hat immer noch golden Boden“, ist er überzeugt.
Auch in Zukunft müsse es Menschen geben, die auf die Dächer steigen und diese deckten. Schieferplatten hat er mitgebracht. Hier können die Schüler gleich mal zeigen, wie geschickt sie mit der Schere umgehen können, um glatte Kanten in das Material zu schneiden.
Dicht belagert war zudem der Stand der Bundeswehr. Die Schüler erkundigten sich hier vor allem nach den beruflichen Perspektiven und nach der Bezahlung, sagten die Soldaten vor Ort. Mit Nancy Beutler von Heinze Bestattungen war ein Unternehmen vor Ort, welches seit vielen Jahren in der Herderschule dabei ist. Zwar bildet die Unternehmerin nicht selbst aus. Aber die Schüler können gern Praktika bei ihr machen, sagte sie. Das werde auch gern angenommen.
Erstmals gab es diesmal ein Speeddating für die Schüler. Mehrere Unternehmen hatten dazu ihre Ausbildungsfachleute nach Calbe geschickt. Viele Schüler konnten hier zum ersten Mal eine Art kleines Bewerbungsgespräch erleben und auch erfahren, was die Unternehmen so interessiert. Ganz drei Minuten Zeit gab es hier für jedes Gespräch.
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Schönebecker Volksstimme vom 13. September 2024
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