Schüler arbeiten für das Tierheim

Eine ganze Schule legt sich ins Zeug und erwirtschaftet einen großen Geldbetrag für das Schönebecker Tierheim. Die Einrichtung kann die Summe gut gebrauchen.
Von Thomas Höfs

 

 

Aus den verschiedenen Klassenstufen besuchten Schüler das Tierheim in Schönebeck und nahmen sich der Hundewelpen an. Fotos: Thomas Höfs


Calbe/Schönebeck. Mit ihrem Einsatz haben die Schüler der Herderschule in Calbe für das Schönebecker Tierheim gearbeitet. Im Rahmen eines sozialen Tages waren dabei alle rund 390 Schüler unterwegs, um einer Beschäftigung nachzugehen, sagt Kathrin Jirschik.
Wichtig sei bei der Aktion gewesen, dass alle Schüler an dem Tag einer bezahlten Tätigkeit nachgehen, sagte sie weiter. Das Geld, so der Plan, sollen die Schüler spenden und einem guten Zweck zuführen.
Eine Idee, wer das erarbeitete Geld bekommen könnte, hatte dabei Laura Schmidtschneider. „Ich dachte sofort an das Tierheim“, sagte sie. Als Besitzerin eines Hundes habe sie daran gedacht.
Am Dienstag besuchten die Lehrerinnen mit einigen Schülern von der 6. bis zur 9. Klasse das Tierheim in der Elbestadt. Schnell fanden die Schüler hier in Form von Hundewelpen neue Freunde.
4.444 Euro hatten die Schüler als Spende für das Tierheim mit dabei. Das Geld soll der Einrichtung helfen, in den kommenden Monaten die Tiere zu pflegen und zu versorgen. Kerstin Reinhold, Tierpflegerin, freute sich riesig über die Spende. „Das Geld können wir gut gebrauchen“, sagte sie. Schließlich koste alles viel Geld. Die Tiere müssten nicht nur versorgt werden, sondern auch regelmäßig medizinisch betreut werden. Aktuell besitze das Tierheim rund 50 Katzen, wobei auch sehr junge Katzen dabei sind. Nur könnten die nicht abgegeben werden, weil einige Tiere mit einem Virus infiziert sind und behandelt werden, schilderte sie. Dennoch würde das Tierheim gern in der Zukunft einige der kleinen Katzen in private Hände abgeben.
Ebenso sucht das Tierheim neue Besitzer für die kleinen Hundewelpen, die ausgelassen auf dem Gelände spielen und aktuell die Welt erkunden. Für einige der Tiere gebe es bereits Interessenten. Doch längst seien noch nicht alle der kleinen Hunde vermittelt, hofft das Tierheim noch auf Interesse. Am liebsten hätten die Schüler der Herderschule jeweils einen Welpen mitgenommen. Doch die Schüler mussten ohne ein Tier im Arm die Einrichtung wieder verlassen.
Für sie bleibt dabei eine schöne Erinnerung an ein ganz besonderes Erlebnis und eine ganz besonders hilfreiche Aktion. In der Vergangenheit, weit vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie habe die Sekundarschule schon öfter Sozialtage veranstaltet, sagt Kathrin Jirschik. In den Jahren während der Pandemie habe die Schule darauf verzichtet, wolle das aber in der Zukunft wieder durchführen und für den guten Zweck etwas tun.
Dabei waren die Schüler bei der Neuauflage des sozialen Tages völlig frei darin, was sie machen, schildert sie. Die Schüler konnten auch zuhause die Fenster putzen, wenn die Eltern die Arbeit bezahlt haben, erzählt sie. Nicht wenige Schüler seien aber in Unternehmen gegangen und hätten hier ihre Arbeitsleistung angeboten. Die Einnahmen seien für die Schüler dabei völlig unterschiedlich gewesen. Manche Schüler hätten weit mehr als 100 Euro für ihren Einsatz in Unternehmen bekommen. Andere bekamen weniger. Doch das Gesamtergebnis sei beeindruckend und helfe einer sehr wichtigen Einrichtung.
Zudem zeige den Schülern das Projekt auch, wie wichtig es ist, sich für andere einzusetzen. Schließlich müsse sich ja jemand um die Tiere in den Kommunen kümmern. Immer wieder landen Tiere im Schönebecker Tierheim, weil sich die Halter nicht um sie gekümmert haben.
Auch mit den Hundewelpen sei es so ein Fall gewesen, schildert die Tierpflegerin. Dabei hatten sich die Hundehalter freiwillig entschieden, ihre trächtige Hündin in das Tierheim zu bringen. Hier sind die Bedingungen für die Welpen gut und die kleinen Hunde können hier geschützt aufwachsen und vielleicht in den kommenden Wochen neue Familien finden.
Und vielleicht zeigt der Einsatz der Schüler noch einen anderen Effekt für das Tierheim. Vielleicht besuchen manche Familien in den kommenden Wochen die Einrichtung mal mit ihren Kindern und schauen sich die Tiere an. Wer auf der Suche nach einem Tier ist, soviel haben die Schüler bei ihrem Besuch gelernt, sollte auf jeden Fall mal ins Tierheim fahren. Dort gibt es jede Menge Tiere, die gern in eine Familie vermittelt werden wollen. Das zeigen die Augen der Vierbeiner deutlich.

 

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Schönebecker Volksstimme vom 29.08.2024

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