Verantwortung übernehmen

Leserbrief

Klasse 7a

Die Klasse 7a siegte bei dem Projekt in der Herderschule. Foto: Franke
In der Herderschule gab es kürzlich im Rahmen eines Projektes der Schulsozialarbeit ein ungewöhnliches Projekt, teilt die Schule jetzt in einem Leserbrief an die Lokalredaktion mit.
Im Rahmen eines innovativen Schulsozialarbeiter-Projekts namens „Verantwortung übernehmen“ haben Schüler der Klassenstufe 7 eine Woche lang die Verantwortung für ein rohes Ei übernommen. Die Schüler wurden beauftragt, das Ei mit äußerster Vorsicht zu behandeln, gemeinsame „Erlebnisse“ zu dokumentieren und ihre Erfahrungen festzuhalten.
Die Idee hinter diesem ungewöhnlichen Projekt ist es, so die Schulsozialpädagogin Frau Franke, den Schülern wichtige Lektionen über Verantwortung, Pflege und Konsequenzen beizubringen. Indem sie sich um etwas so Zerbrechliches wie ein rohes Ei kümmern, lernen die Schüler, wie wichtig es ist, aufmerksam und verantwortungsbewusst zu handeln. Um das Projekt noch etwas herausfordernder zu gestalten, ging es am Ende nicht nur um ihre Einzelleistung, sondern auch um das Gesamtergebnis der Klasse. Somit war es auch eine Challenge unter den drei Klassen der Jahrgangsstufe 7: Welche Klasse hat die wenigsten Eier zerbrochen? Auch ein vergessenes Ei wurde am Projektende in die Wertung mit einbezogen.
Während der Woche dokumentierten die Schüler ihre Erfahrungen und Herausforderungen mit dem Ei. Sie führten Tagebücher, in denen sie ihre Beobachtungen festhielten und reflektierten, wie sie sich um das Ei kümmerten und welche Schwierigkeiten sie hatten. Darüber hinaus wurden Fotos gemacht, um den Zustand des Eis und die Erlebnisse während der Woche zu dokumentieren. Dies bereitete den Schülern besonders viel Freude. Einige waren so kreativ, dass sie mit ihrem Ei den Bürgermeister der Stadt Calbe besuchten oder es beim Spiel mit der Katze integrierten.
Die Schüler berichteten von vielfältigen Erfahrungen während des Projekts. Einige fanden es schwierig, das Ei sicher zu transportieren, während andere sich der Verantwortung bewusstwurden, die damit einhergeht, sich um etwas zu kümmern, das so leicht beschädigt werden kann. Die Mehrzahl der Schüler bemerkte auch, wie wichtig es ist, Geduld und Achtsamkeit zu üben, um das Ei vor Schaden zu bewahren. Schön war es für die Schulsozialpädagogin zu hören, dass die Schüler gleich am Anfang dem Ei einen liebevollen Namen gaben und versuchten, das Ei in ihren Alltag zu integrieren.
Lehrer und Eltern waren gleichermaßen beeindruckt von der Ernsthaftigkeit, mit der die Schüler ihre Aufgabe übernahmen. Die Schulsozialarbeiterin erhielt sogar E-Mails von Eltern, die positive Rückmeldungen zum Projekt beinhalteten.
Am Ende wurden die Eier von der Schulsozialpädagogin in den Klassen eingesammelt und die 7a als Siegerklasse ermittelt. Bei dieser Klasse ging nur ein Ei zu Bruch und vier Eier wurden vergessen. Die Vergesslichkeit der Schüler stellte am Abgabetag das Hauptproblem dar. Dies hat ja auch was mit Verantwortung zu tun.
Im Ethikunterricht präsentierten die Schüler schließlich ihre Erfahrungen, indem sie ihre Tagebücher und Fotos vorstellten. Das Projekt erwies sich als äußerst lehrreich und inspirierend für alle Beteiligten und wird sicherlich in Zukunft weitere Schüler dazu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen. Die Sekundaschule „J. G. Herder“ sitzt schon an der Planung für weitere interessante Klassenprojekte.

 

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Schönebecker Volksstime vom 13.03.2024

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